"Mit dem Familienkärtchen wissen die Kindergärtnerin oder die Eltern von Schulfreunden immer sofort, unter welcher Nummer Sie erreichbar sind oder ob Ihr Kind vielleicht eine Allergie hat. Außerdem können Sie mitteilen, was ihr Kind am liebsten isst oder ob es ein Kuscheltier hat." (dm)Es ist aber nicht so, als wenn die bunten Kärtchen über alles sprechen würden: das Kind wird zum Objekt, das Subjekt Eltern verschwindet ganz. Die "Mama von Anna Sophia" oder die "Mama von Bettina" scheinen Angst vor der Sprachlosigkeit ihrer eigenen Kinder zu haben.
Dienstag, 13. März 2012
Mama von Anna Sophia
Ein Trend, der aus den anglizistisch geprägten Ländern mit panikartiger Erziehungskultur nun auch nach Deutschland schwappt: die Familienkärtchen. Jedes Kind kann nun mit einer ID in liebevoll gestalteter Papierkultur ausgestattet werden, auf dem über das Kind gesprochen werden kann. Familienkärtchen sprechen von Erwachsenem zu Erwachsenem.
Freitag, 9. März 2012
nofreteten 51
Es ist ja ansich eine schöne Sache, dass Menschen auf der Straße nach ihrer Meinung gefragt werden und diese dann von Zeitungen publiziert wird. Die Stimme des Volkes, olé! Doch wenn dabei sowas raus kommt wie "Nofretete gehört zu uns wie Curry auf Wurst", dann sehe ich da keinen meinungsbildenden Mehrwert. Und einen journalistischen schon garnicht.
Donnerstag, 8. März 2012
IWD 2012
Warum feiert die Bundesrepublik Deutschland am 8. März , dem Internationalen Frauentag, einen großen Zapfenstreich in der Tradition des maskulinen, preußischen Militarismus???
Dienstag, 6. März 2012
nofreteten 50
Bei all den makellosen Ikonografien, den Schönheiten und Unglaublichkeiten, mit denen die Nofretete seit Jahrzehnten in Kunst und Alltag wieder und wieder produziert wird, tut die Nofretete der Künstlerin Anni Jung richtig gut. Die in Meißen werkende Bildhauerin und Malerin Jung hat eine so eindrucksvolle Königin geschaffen, dass ich vorschlagen würde, diese neben der Büste in Berlin als einen Gegen-Spiegel auszustellen.
Samstag, 3. März 2012
zur Semiotik der Jeans
Früher hießen unsere Jeans Levi`s und Diesel. Getragen haben wir dazu einige Jahre Chucks, und dann einige Jahre Doc Martens. Und gehört haben wir Bad Religion. Heute heißen die Jeans True Religion. Wo da Widerstandspotential einer Jugendsubkultur erkennbar sein soll, ist mir schleierhaft.
Donnerstag, 1. März 2012
Mittwoch, 29. Februar 2012
Fortschritt und Stillstand
In einem früheren Beitrag habe ich die Hoffnung gehegt, nie wieder das Wort Fräulein schreiben zu müssen. Während in Frankreich nun die Mademoiselle aus offiziellen Texten und Formularen der Behörden gestrichen wurde, muss an anderer Stelle, das Internet ausdrücklich eingeschlossen, noch gekämpft werden. Eine bewusste Umdeutung ehemals diskriminierender Begriffe durch Kunst und Kultur finde ich durchaus eine tolle Sache; aber jede Frau, die beruflich mal die Erfahrung gemacht hat, von einem männlichen Kollegen oder Chef mal mit "Fräulein" angesprochen zu werden, wird bestimmt nichts dagegen haben, wenn sich die Subkulturen andere Begriffe suchen, die sie neu und positiv besetzen können.
Dienstag, 7. Februar 2012
Samstag, 4. Februar 2012
Male to Male
Kabel gekauft.
Male to Male stand auf der Packung.
Male.
to.
Male.
Die Analogie lag mir auf der Hand.
Male ist aktiv.
Male ist einführend.
Mein Kabel ist sexualisierend.
Mein Kabel ist heterosexuell.
Das ist schon eine arme Welt, dass sie keine anderen Analogien vorzuweisen hat, als immer wieder dieses Male und dieses Female.
Male to Male stand auf der Packung.
Male.
to.
Male.
Die Analogie lag mir auf der Hand.
Male ist aktiv.
Male ist einführend.
Mein Kabel ist sexualisierend.
Mein Kabel ist heterosexuell.
Das ist schon eine arme Welt, dass sie keine anderen Analogien vorzuweisen hat, als immer wieder dieses Male und dieses Female.
Mittwoch, 1. Februar 2012
Made-Islam in Germany
Berührende Bilder sind eingesendet worden beim zenith-Fotopreis "Islam in Deutschland". Selbstverständliche religiöse Pluralität in Urbanität und Zuhause.
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